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Diese Seite lebt von den ehemaligen Heimkindern des Antoniusstifts und ihren Fotos und Geschichten. Warst auch Du in diesem Heim und möchtest etwas von Dir erzählen, dann melde Dich bitte bei mir: rainer@antoniusstift-damme.de
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Rainer Altendorf - Antoniusstift 1961 bis 1973

Geboren bin ich am 23.08.1957 in Essen/Ruhr, und 1961 kam ich in das Kinderheim Antoniusstift in Damme. Zuerst kam ich zu den "kleinen Jungs"
(Gruppe KII), meine Gruppenschwester hieß Schwester Maria Bonata. Als ich acht Jahre alt war wechselte ich in die zu den "großen Jungs" der Michaelsgruppe (Gruppe KI) zu Schwester Maria Honoria. Die Michaelsgruppe umfaßte 25 bis 30 Kinder, zu zwei Ehemaligen habe ich heute noch sehr engen Kontakt, Wolfgang Wisniewski ist mein bester Freund seit Kindertagen. Seit fast 30 Jahren ist es Tradition, daß ich bei ihm und seiner Familie den Tannenbaum aufstelle. Gern erinnere ich mich noch an die gemeinsamen Aktivitäten, die wir mit den Schwestern und den "Fräuleins" unternommen haben. Dazu gehört das Indianerfest, unzählige Schnitzeljagden und Wanderungen in den Wäldern, die Feier zum Namenstag der Michaelsgruppe, der Karneval und besonders das Schützenfest. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie wir mit einigen Kindern der Michaelsgruppe mit einem kleinen Bollerwagen zur Kiesgrube gezogen sind, um für das Schützenfest Steine zu sammeln. Ein paar Tage vor Beginn des Schützenfestes haben wir schon vorab geprobt, wer denn von uns der neue Schützenkönig werden könnte. Wir nahmen einen Besenstiel, rammten ihn in den Boden und haben aus einer bestimmten Entfernung versucht, ihn zu treffen, was nicht immer gelang. Es wurde auch sehr viel Sport getrieben, wir spielten jeden Tag Fußball, Brennball und Völkerball.
Ein besonderes Highlight war unser jährliches Weihnachtsfest, für das sich die Schwestern sehr viel Mühe gegeben haben. Die Feste bleiben unvergessen und noch heute denke ich sehr gern daran zurück.
Um 17 Uhr ging es zum Gottesdienst, das Schlußlied war stets "O du fröhliche", bei dem sich alle Kinder und Schwestern an den Händen faßten und durch die Gruppen zogen. In jeder Gruppe stand ein schön geschmückter Tannenbaum, eine Krippe und ein Hexenhäuschen. Außerdem hatte jede Gruppe einen Gabentisch, an dem wir Kinder vorbeizogen und schon von Weitem spickten, an welchem Geschenk denn wohl der eigene Name stand. Bei mir gab es jedes Jahr neben anderen Dingen einen schönen Schlafanzug, und den durfte ich dann auch schon in der Nacht zum ersten Weihnachtstag tragen.
Kurz vor Silvester gab es dann noch den Tag der unschuldigen Kinder, an dem wir drei Wünsche frei hatten. Wir wünschten uns, lange aufbleiben zu dürfen, Neujahrshörnchen zu backen und einen gemütlichen Nachmittag mit den Schwestern zu verbringen.
Ich erlebte auch noch den Umzug von der Mühlenstraße zum Tollenberg mit. 1972 haben wir mit ein paar Jungs und unserer Gruppenschwester Maria Honoria schon vor der Eröffnung des Neubaus auf dem Tollenberg Möbel und andere Sachen hingebracht, die wir dann nachts bewacht haben.
Zurückblickend kann ich sagen, daß meine Zeit im Kinderheim Antoniusstift nicht immer einfach für mich und andere Heimbewohner war. Ich habe mich sehr intensiv mit den Geschehnissen auseinandergesetzt, um sie zu verarbeiten und bin der Meinung, daß man es nach so vielen Jahren auf sich beruhen lassen sollte. Es ist wichtig, die Zeit loszulassen ohne sie zu vergessen oder gar zu verdrängen. Die Schwestern haben sich stets große Mühe gegeben, uns einen guten Start in das Erwachsenenleben zu ermöglichen. Dieses war für beide Seiten bestimmt nicht immer einfach, da nur eine Schwester die ganze Gruppe betreute. 
Die Zeit im alten Antoniusstift an der Mühlenstraße empfand ich wie viele andere auch wesentlich schöner als im Neubau.
1973 wurde ich aus dem Kinderheim entlassen und verließ damit mein Zuhause. Ich begann eine Ausbildung als Bäcker. Heute arbeite ich in Holdorf in der Qualitätsicherung / Labor, was mir sehr viel Spaß macht. Mehr über mich findest Du in: Wer bin Ich ?__________________________________________________________________________

Albert Barlage - Antoniusstift 1928 bis 1936

Leider ist Albert, mein väterlicher Freund, am 15.04.2002 verstorben, so daß er hier nicht mehr selbst berichten kann. Da Albert sehr verbunden mit dem Antoniusstift war, möchte ich von ihm erzählen.

Geboren wurde Albert am 12.02.1922. Als Zweijähriger kam er in das Waisenhaus in Vechta, Ostern 1928 wechselte er in das Antoniusstift nach Damme, wo er bis 1936 blieb.
Mitte der 60er Jahre kam er regelmäßig auf dem Motorrad in das Antoniusstift zu Besuch. Wenn wir Glück hatten, durften wir im Hof eine Runde auf seinem Motorrad mit ihm drehen, was immer ein Riesenspaß war. Auch seine Frau Maria, Mia genannt, war oft dabei. Besonders Wolfgang und ich freundeten uns mit ihnen an, wir haben beiden sehr viel zu verdanken. Von 1970 bis 1972 wurde Albert Wolfgangs Vormund. Er ermöglichte uns, bei Rot-Weiß Damme in einem Verein Fußball zu spielen. Er begleitete über Jahre hinweg das Sternsingen, am liebsten wollten wir immer mit Albert losziehen. Auch als Nikolaus war er sehr beliebt, sowohl im Kinderheim als auch bei der Bevölkerung in Damme. Großen Anteil hat er an dem Buch "Chronik Damme".
Nach unserer Zeit im Kinderheim verlebten Wolfgang und ich die Wochenenden bei Familie Barlage und besuchten schonmal das ein oder andere Fußballspiel von Rot-Weiß Damme, seinem großen Verein, für den er sich sehr engagierte.  
Albert war Schneidermeister, genau wie seine Frau Mia. Später übernahmen sie zusammen die Jugendherberge. Als diese geschlossen wurde, hat er als Hallenwart in der Hauptschule gearbeitet.
Bis zu seinem Tod hatten Wolfgang und ich engen Kontakt zu Albert und Mia, wir werden ihnen immer dankbar sein und vermissen ihn sehr.

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Todesnachricht Schwester Maria Honoria

Geb: 18.März 1926 Ahlen, Deutschland

Profess: 19.August 1949 Mülhausen

Gestorben: 19. April 2011 Cloppenburg

Beerdigung: 26. April 2011 Vechta, Marienhain








Schwester M. Honoria, Ludwine Pomplun, wurde am 18. März 1926 in Ahlen als Tochter des Emaillebrenners Ewald Pomplun und seiner Frau Anna, geborene Roßmeier geboren.
Ludwine hatte 4 Brüder. Zwei starben schon im Kindesalter, Helmut fiel 1944 in Rumänien und Heinz starb 2003 in Legden, Mühlenbrog.
Die Schwestern U.L. Frau lernte Ludwine schon im Kindergarten kennen.
Nach dem Besuch der Volksschule in Ahlen leistete sie 1940 ihr Pflichtjahr bei einem Bauern in Altahlen ab und half danach im elterlichen Haushalt.
Während dieser Zeit starb ihre Mutter, die von der erst 16 jährigen Ludwine während ihrer Krankheit versorgt worden war.
Da der Vater 1940 zum Militär eingezogen worden war, ging Ludwine nach dem Tod ihrer Mutter als Haushaltsgehilfin in einem landwirtschaftlichen Betrieb bei dem Bauern Borgschulte in Altahlen.
Dort blieb sie drei Jahre und kümmerte sich besonders um die 14 Kinder in dieser Familie.
Die dort entstandenen Kontakte haben bis jetzt gehalten.
Im Jahre 1945 absolvierte Ludwine ein Lernköchinnenjahr bei den Schwestern U.L. Frau in St. Michael in Ahlen. In dieser Zeit entschied sie sich,im Januar 1947 in Mülhausen unserer Kongregation beizutreten, wo sie bei der Einkleidung den Namen Schwester Maria Honoria erhielt. Nach ihrer Profess wurde sie in Handorf versetzt und war dort 10 Jahre im Erziehungsdienst tätig.
Zwischenzeitlich absolvierte sie eine Heimleiterausbildung.
Von 1961 bis 1981 wirkte sie in unserem damaligen Kinderheim in Damme.
Diese Zeit war für sie eine der wichtigsten während ihres Ordenslebends.
Oft erzählte Schwester Maria Honoria von diesen Jahren und sie liebte es, anderen an ihren Erinnerungen teilhaben zu lassen.
Auch aus dieser Zeit bestehen noch sehr viele Kontakte.
Eine besondere Freude war es für sie, Besuch von ihren ehemaligen zu bekommen.
1983 wurde Schwester Maria Honoria nach Garmisch-Partenkirchen versetzt, wo sie in dem Gästehaus St. Josef für etwa 13 Jahre ein neues Wirkungsfeld fand.
Auch dort in den Bergen lebte sie sich schnell ein und sorgte für das Wohl der Gäste an Leib und Seele.
Die letzten 10 Jahre ihres Lebens verbrachte Schwester Maria Honoria in der Kranken und Altenstation unseres Klosters.
Sie freute sich, noch so manche Dienste übernehmen zu können und erledigte diese mit großem Pflichtbewusstsein und mit Sorgfalt.
Besonders wichtig waren für sie die Zeiten des Gebetes, die ihr während ihres gesamten Lebens Kraftquelle und Zuflucht waren.
Anfang April verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zusehends, sodass ein Krankenhausaufenthalt notwendig wurde.
Hier stellte sich heraus, dass schnell eine größere Operation durchgeführt werden musste.
Leider erholte sich Schwester Maria Honoria nicht mehr von diesem schweren Eingriff und verstarb 2 Tage später am Abend des 19. April.

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