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Schon lange habe ich im Internet Informationen zum Antoniusstift vermißt, das über Jahre hinweg mein Zuhause war.
Hier kannst Du nun sehen, was ich bisher zusammengetragen habe.
Solltest Du noch weitere Informationen oder Fotos haben, so wäre ich sehr dankbar dafür.
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Pfarrer Antonius Mertz gilt als Gründer des St. Antoniusstifts. Im Jahre 1882 hatte der aus Damme stammende Visbeker Antonius Schmitz das Gründstück an der Mühlenstraße für 5000 Mark erworben und dem Dammer Pfarrer Antonius Mertz zur Einrichtung eines Waisenhauses zur Verfügung gestellt.
1884 gründeten mehrere Dammer Bürger das Waisenhaus als "Milde Anstalt ohne Einkommen". Pfarrer Mertz leitete die Gründungsversammlung, Kaufmann Brüggemeyer aus Rotterdam, ein gebürtiger Dammer, sammelte in seinem Bekanntenkreis.
Ebenso spendete die Dammer Bevölkerung große Summen, für die Anteilsscheine und Obligationen ausgegeben wurden.


Es gab auch eine Lotterie, die am 01. 01.1884 begann. Die Vechtaer Zeitung schrieb dazu: "In diesen Tagen ist mit der Ausgabe von Losen zur Erbauung einer Waisenanstalt hierselbt (Damme) begonnen worden." Der Hauptgewinn der Lotterie lag bei 1000 Mark, ein Los kostete zwei Mark. 
Mit dieser Aktion wurde aber nicht nur für das Waisenhaus, sondern gleichzeitig auch für das Krankenhaus St.Elisabeth-Stift und weitere Kirchenbauten gesammelt.


Da Kranken- und Waisenhaus aus derselben Epoche stammen,
waren sie sich in der Architektur sehr ähnlich, wie man auf dieser alten Postkarte sehen kann.

Das Bau-Comitee setzte sich aus 13 Dammer Honoratioren zusammen, an der Spitze
Dr. Franz Böcker.


Am 27.04.1886 zogen vier Ordensschwestern Unserer Lieben Frau (ULF) aus Vechta mit zwei Kindern ein. Sie zogen morgens um sechs Uhr mit einem Pferdewagen los und kamen vier Stunden später in Damme an. Zuerst mußten sie Bauschutt wegräumen, die Strohsäcke für die Betten waren noch nicht gestopft. Im gesamten Gebäude gab es nur einen Tisch und sechs Binsenstühle.
Die Eröffnung fand am  01.05.1886 statt, bereits damals hatte das Antoniusstift einen überregionalen Einzugsbereich. Ende 1886 waren es bereits 30 Zöglinge.Bereits 1890 wurde es erweitert, so daß 92 Kinder und 12 Schwestern Platz fanden.
1894 begannen die Arbeiten an einem weiteren Erweiterungsbau.

Da die Landwirtschaft sehr dominierend war, wurden Kranken-und Waisenhaus regelmäßig mit Geld- und Agrarproduktspenden der Bauern unterstützt.

1897 wurde innerhalb des Antoniusstifts die "Höhere Töchterschule" eröffnet, eine "Höhere Bürgerschule" für Jungs gab es bereits seit 1866 in Damme. Ebenso wurde in diesem Jahr der Kindergarten wiedereröffnet.

1899 wurde die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau Eigentümerin des Antoniusstift.

1921 wurde das traditionelle Sternsingen zugunsten des Antoniusstifts von den Schwestern wieder eingeführt. Die Sternsinger wurden zu einer festen Institution, die sogar während des Dritten Reiches mit Sondergenehmigung des damaligen Ortsgruppenleiters Ennekíng weiter durchgeführt werden durfte.


1922 wurde die Säuglingsstation eingerichtet.

Hier wurden Kinder bis zu zwei Jahren sehr intensiv betreut, zum Teil mußten sogar Mädchen des Heims helfen oder es wurden Erzieherinnen eingestellt.





1924/25 kam es erneut zu größeren Umbauten. 1924 wurden im Dachgeschoß neue Schlafräume geschaffen.

1925 kamen im Erdgeschoß Aufenthaltsmöglichkeiten und eine Turnhalle hinzu.

1926 baute man ein Viehhaus und einen Lagerschuppen im großen Garten des Waisenhauses.
Ab 1926 veranstaltete das Stift in unregelmäßigen Abständen eine eigene Kirmes, bei der sogar hauseigenes "Geld" im Umlauf war.

1928 bekam das Antoniusstift eine Zentralheizung Toiletten und eine Badeeinrichtung, ebenso einen Wäscheraum mit Heißmangel. Ebenfalls wurden in diesem Jahr erstmalig ein St. Martinszug durchgeführt.

1930 wurde der Garten zugunsten der Erweiterung des Spielplatzes verkleinert.
Ebenfalls ab 1930 feierte man jährlich ein Schützenfest mit einem Umzug durch Damme. Der Schützenkönig wurde im Nordhofe durch einen Wurfwettbewerb ermittelt, anschließend gab es eine große Feier.

1934 zerstörte ein Brand die Küche und ein Klassenzimmer, danach wurde das Stift Umbau- und Renovierungsmaßnahmen durchgeführt, ebenso wurden Feuerschutzmaßnahmen durchgeführt.

1934 war das Antoniusstift Schauplatz der Fronleichnamsprozession.
Einer der vier Hauptaltäre wurde am Eingang aufgebaut. Er war reich mit Schmuck verziert, besonders schön war der eigens für diesen Tag ausgelegte Blumenteppich.


1935 schnellte die Zahl der Zöglinge so in die Höhe, daß man Räume in der Oberwohnung von C.R. Nordhoff in Anspruch nehmen mußte.

Dieses konnte mit weiteren Umbauten und einem leichten Rückgang der Kinderzahl 1936 wieder beendet werden.









Seit dem 01.01.1997 wurde das neue Wohnheim am Tollenberg von der Caritas Sozialwerk St. Elisabeth (heute "Caritas Sozialwerk, Kinder,- Jugend- und Familienhilfe" oder kurz "Caritas Jugendhilfe" geführt, der Orden bleib jedoch Eigentümer.

Am 30.09.1998 ging die Geschichte des Antoniusstifts an der Mühlenstraße und am Tollenberg zu Ende, die letzten 35 Kinder und Jugendlichen verließen den Tollenberg und zogen in dezentrale Wohngruppen in Damme, Lohne und Holdorf.
Das Gebäude ging in das Eigentum des Deutschen Jugendherbergswerks über, das dort bis heute eine Jugendherberge betreibt.


Es gab zu meiner Zeit fünf Gruppen, eingeteilt nach Alter und Geschlecht:

GruppeName
Säuglingsstation
kleine Mädchen (MII)
große Mädchen (MI)
kleine Jungs (KII)
große Jungs (KI)            Michaelsgruppe


Totenbildchen der verstorbenen Schwestern findest Du in der Galerie .


Schwester Maria Crysantha SND

gestorben 05.07.1962 in Damme
Schwester Maria Anastasie SNDgestorben 29.12.1964 in Damme
Schwester Maria Kunigunde SND gestorben 21.06.1966 in Damme
Schwester Maria Rosalina SNDgestorben 17.10.1972 in Damme
Schwester Maria Jakobine SNDgestorben 29.10.1979 in Damme
Schwester Maria Theodulfa SNDgestorben 30.06.1981 in Vechta
Schwester Maria Silanagestorben 25.11.1981 in Damme
Schwester Maria Adelinagestorben 04.05.1982 in Damme
Schwester Maria Erma SNDgestorben 28.05.1982 in Marienhain/Vechta
Schwester Maria Richaria, SNDgestorben 15.06.1986 in Marienhain/Vechta
Schwester Maria Ethelbertis SND           gestorben 28.02.1991 in Marienhain/Vechta
Schwester Maria Urbana SNDgestorben 10.07.1993 in Marienhain/Vechta
Schwester Maria Geroldis SNDgestorben 02.01.1994 in Marienhain/Vechta
Schwester Maria Bonata SNDgestorben 05.01.2001 in Marienhain/Vechta
Schwester Maria Christophera SND
Schwester Maria Honoria SND
gestorben 25.02.2010 in Marienhain/Vechta
gestorben 19.04.2011 in Marienhain/Vechta

SND = Soeurs de Notre Dame = Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau

Beim Plausch auf der Treppe:

Schwester Maria Jakobine
Schwester Maria Theodulfa
Schwester Maria Rosalina
Schwester Maria Geroldis
Schwester Maria Urbana


JahrSchwestern     Kinder
1886 (27.04.1886)42
1886 (31.12.1886)      330
18901292
1913130
1919170
192427200
1935220
1936212
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